Wie ich arbeite
Ich werde hellhörig
Meistens kommen dieselben Themen immer wieder auf den Tisch.
Alle machen ihren Job und trotzdem geht nichts voran.
An diesem Punkt werde ich neugierig, was die Organisation immer wieder in dieselbe Situation führt. Überfällige Entscheidungen oder alte Konflikte sind für mich deutliche Zeichen, dass etwas im System unklar ist. Wer entscheidet hier wirklich? Wer trägt welche Verantwortung? Welche Regeln gelten, wenn Ziele sich widersprechen?
Oft fehlt nicht der Wille, sondern die grundlegende Orientierung und damit der Halt und die Sicherheit, die Menschen brauchen, um entscheiden zu können.
Mein Blick auf Organisationen
Ich frage nicht: “Wer ist hier das Problem?”
Ich gehe davon aus, dass Menschen in der Regel sinnvoll handeln, auch wenn es von außen nicht immer so wirkt.
Das ist für mich kein naiver Optimismus, sondern die Erfahrung aus über
20 Jahren Organisationspraxis. Wenn engagierte Menschen immer wieder an denselben Stellen scheitern, interessieren mich weniger die Persönlichkeiten als die Bedingungen, unter denen sie arbeiten und ob diese wirksames Handeln überhaupt ermöglichen.
Wer nach Schuldigen sucht, findet sie meistens. Wer nach Strukturen sucht, findet Hebel.
Klarheit hat für mich Vorrang vor Harmonie, weil tragfähige Zusammenarbeit nur dort entstehen kann, wo Dinge offen benannt werden dürfen.
So begleite ich Organisationen
Ich arbeite dort, wo Organisationen trotz vieler Gespräche nicht weiterkommen.
Nicht mit Konzepten oder Workshops, die losgelöst vom Alltag stattfinden, sondern in realen Situationen, die bereits festgefahren sind.
Als Sparringspartnerin und Gegenüber halte ich Spannung aus. Ich spreche aus, was da ist, auch wenn es unbequem ist. Denn oft entsteht genau dort die Klarheit, die vorher gefehlt hat.
Ich kläre Verantwortlichkeiten, mache Zielkonflikte sichtbar und unterstütze Organisationen dabei, Entscheidungen wieder dort zu treffen, wo sie hingehören. So entstehen Strukturen, unter denen Zusammenarbeit gelingt und Menschen ihre Verantwortung tatsächlich übernehmen können.
Zwischen Käfig und freiem Fall
Ich beobachte in Organisationen immer wieder zwei Extreme:
Entweder versuchen sie, Verantwortung durch immer mehr Regeln abzusichern. Oder sie übertragen Verantwortung, ohne Orientierung zu geben.
Beides macht es Menschen unnötig schwer, Verantwortung zu übernehmen.
Dazwischen liegt für mich das, was gute Organisationen ausmacht: ein Geländer.
Ein Geländer schreibt den Weg nicht vor und es nimmt niemandem das Gehen ab.
Aber es gibt Halt, wenn Entscheidungen schwierig werden, Verantwortung übernommen werden soll oder Unsicherheit entsteht.
Gute Organisationen schaffen genau diesen Rahmen. Sie geben Orientierung, ohne Verantwortung abzunehmen.
Viele der wiederkehrenden Probleme, die ich in Organisationen begleite, entstehen genau dort, wo dieses Geländer fehlt.
Ein Geländer begrenzt den Weg nicht, sondern es macht ihn begehbar.